Unsere (zukünftigen) Hühner

Warum wie Hühner retten

In Deutschland werden rund 45 Millionen Legehennen in der Tierindustrie gehalten. Nach einer etwa einjährigen Nutzungsphase, in der jedes Tier über 300 Eier gelegt hat, gelten sie als wirtschaftlich „verbraucht“. Im Alter von 16 bis 18 Monaten werden sie aus dem System aussortiert und getötet.

Dabei ist diese enorme Legeleistung für Hühner nicht natürlich. Ihre wilden Vorfahren legten ursprünglich nur etwa 10 bis 15 Eier pro Jahr. Heute sind Legehennen so gezüchtet, dass ihr Körper fast täglich ein Ei produziert – eine extreme Belastung für den gesamten Organismus.

Viele dieser Tiere leben in Haltungsformen, in denen sie nie Tageslicht sehen, keinen Zugang zu Erde, Gras oder frischer Luft haben und ihre natürlichen Bedürfnisse nicht ausleben können. Sie stehen auf Gittern oder Beton, in hoher Besatzdichte und in Gruppen von mehreren tausend Tieren. Dauerhafter körperlicher und psychischer Stress ist die Folge.

Nicht jedes Huhn lebt unter diesen Bedingungen. Aber ein Großteil!

Wir retten gezielt Hühner aus besonders belastenden und ausbeuterischen Haltungsformen – Tiere, die am Ende ihres „Nutzungszyklus“ stehen und für die es im System keinen Platz mehr gibt.

Doch auch in Bio-Betrieben, ist es oft nicht "wirtschaftlich" ein Huhn medizinisch zu versorgen, weil die Kosten höher sind als der „Wert“ des Tieres – solche Tiere werden auch hier oft „entsorgt“.

 

 

 

 

Diese Hühner zahlen einen hohen Preis dafür, dass ein leckeres Frühstücksei auf dem Tisch steht.

 

 

 

 

Bild von Rettet das Huhn e.V.

Unsere Vision

Wir möchten diesen Hühnern ein Leben ermöglichen mit:
- frischer Luft und Sonne,
- Erde unter den Füßen,
- Platz zum Scharren und Staubbaden,
- Zeit, sich zu erholen
- ohne Erwartung, ohne Leistung.

Auf unserem Lebenshof dürfen Hühner einfach Hühner sein.
Eier legen sie – wenn überhaupt – nur so, wie ihr Körper es zulässt.
Nicht als Produkt. Sondern als Lebewesen.

2026 die ersten 5 Hühner aufnehmen

Für die Aufnahme von Hühnern möchten wir uns fachlich und praktisch an den Empfehlungen von Rette das Huhn e. V. orientieren.

Auf deren Webseite finden sich sehr klare und wertvolle Leitlinien dazu,

  • wie ein artgerechter Auslauf aussehen sollte,
  • welche Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind,
  • und welche besonderen Bedürfnisse ehemalige Legehennen haben.

👉 Genau daran möchten wir uns halten.
Unser Anspruch ist den geretteten Tieren ein Umfeld zu bieten, das ihren Bedürfnissen wirklich gerecht wird.

 

Was wir brauchen, um die ersten Hühner aufzunehmen

Geeignetes Grundstück
  • ausreichend Platz
  • ruhige Lage
  • möglichst naturnah
  • mit schattigen Bäumen
  • im Raum Hemsbach / Weinheim / Sulzbach-West
Sicherer Stall
  • wettergeschützt
  • gut belüftet
  • mit Sitzstangen, Legenestern & Rückzugsorten
Großzügiger Auslauf
  • mit stabilem Draht & Sicherung nach unten (Fuchs) und oben (Greifvögel)
  • teilweise überdacht (Sonne, Regen)
  • mit Beschäftigung & Struktur
Ausstattung & Versorgung
  • Futter & Mineralien

  • Einstreu

  • Tränken & Futterspender

  • Schutz- & Pflegematerial

  • Transportboxen

  • Rückzugs- und Quarantänemöglichkeiten

Tierärztliche Versorgung 

Gerettete Hühner sind oft krank und brauchen:

  • tierärztliche Untersuchungen

  • Behandlungen (z. B. Entzündungen, Parasiten, Legedarmprobleme)

  • Medikamente & Aufbaupräparate

Diese medizinische ist unerlässlich – und einer der wichtigsten Gründe, warum wir gut vorbereitet sein müssen.

Dafür brauchen wir deine Unterstützung 💛

Du kannst uns helfen, wenn du:

🏡 ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellen kannst

🔨 handwerkliches Geschick hast oder beim Bau von Stall & Gehege helfen möchtest

🪵 Materialien (Holz, Draht, Überdachung, Werkzeuge) beisteuern kannst

💶 uns finanziell unterstützt, z. B. für Tierarztkosten und die medizinische Aufpäppelung der Hühner

📢 Teilen & Weitererzählen

Jede Form der Unterstützung – groß oder klein – hilft uns, diesen Schritt verantwortungsvoll zu gehen.

 

 

💛 Spendenaufruf:
Hilf uns, die ersten Hühner zu retten

Dieses Jahr möchten wir als Verein die ersten fünf Hühner aus schlechter Haltung aufnehmen – in Zusammenarbeit mit den Leitlinien von Rettet das Huhn e. V. Damit die Tiere sicher, gesund und würdevoll leben können, brauchen wir eine solide Grundausstattung und finanzielle Unterstützung, vor allem für die erste Zeit.

 

Die Kosten - einmalig

Stall ca 1.500 €
Auslauf ca. 1.300 €
Erstausstattung ca. 400 €
Tierarzt zum Aufpäppeln ca. 1.000 €*
Einmalig gesamt ca. 4.200 €

*(bei schweren Fällen auch mehr)

Die Kosten - monatlich

Hochwertiges Futter ca. 50 €
Mineralien / Grit / Kalk ca. 20 €
Einstreu / Sand ca. 20 €
Rücklagen Tierarzt ca. 50 €
Monatlich gesamt ca. 140 €

(1.680 € für 5 Hühner im Jahr)

 

Häufig gestellte Fragen

Zum Thema: Hühner

1Warum rettet ihr Hühner?
Hühner gehören zu den am meisten genutzten und gleichzeitig am wenigsten wahrgenommenen Tieren unserer Gesellschaft. Millionen von ihnen werden allein für ihre Eier gezüchtet und nach kurzer Zeit „aussortiert“, obwohl sie noch viele Jahre leben könnten. Wir möchten diesen Tieren einen anderen Platz geben: als fühlende Individuen mit eigenen Bedürfnissen, Charakteren und einem Recht auf ein würdevolles Leben – unabhängig von ihrer Leistung.
2Woher kommen die Hühner, die ihr aufnehmt?
Wir nehmen vor allem Hühner auf, die aus besonders schlechten oder ausbeuterischen Haltungsbedingungen stammen – in der Regel ehemalige Legehennen aus der industriellen Tierhaltung.
Dabei arbeiten wir perspektivisch mit erfahrenen Tierschutzorganisationen wie z. B. Rettet das Huhn e. V. zusammen und orientieren uns an deren fachlichen Empfehlungen.
3Was unterscheidet euch von klassischen Gnadenhöfen?
Self & Care versteht sich nicht nur als Zufluchtsort für Tiere, sondern als Verbindungsort zwischen Mensch, Tier und Natur.
Wir schaffen achtsame Bildungs- und Begegnungsangebote, die Respekt, Verantwortung und Mitgefühl fördern – ohne Zwang für die Tiere.
4Wollt ihr in Zukunft mehr Hühner aufnehmen?
Nur, wenn wir den vorhandenen Tieren weiterhin gerecht werden können. Wir wachsen nicht nach Bedarf, sondern nach Kapazität – räumlich, finanziell und emotional.

Zum Thema: Eier

1Verkauft ihr Eier?
Nein. Wir verkaufen keine Eier. Unsere Hühner werden nicht gehalten, um etwas zu „liefern“. Ihr Wert bemisst sich nicht an ihrer Produktivität, sondern an ihrem Sein.
2Was passiert mit den Eiern, die eure Hühner legen?
Ein Teil der Eier wird den Hühnern zurückgegeben, um Nährstoffverluste auszugleichen. Andere Eier werden an andere Tiere des Hofes verfütter (Hunde). WIr verwenden die Eier sehr bewusst – immer mit dem Fokus auf das Wohl der Tiere.
3Legen alle Hühner überhaupt Eier?
Nein. Manche Hühner legen gar keine Eier mehr – sei es altersbedingt, krankheitsbedingt oder weil Maßnahmen getroffen wurden, um ihre Gesundheit zu schützen. Auch diese Tiere sind bei uns genauso willkommen und wertvoll.
4Was macht ihr, wenn ein Huhn gesundheitliche Probleme durch das Eierlegen hat?
Gesundheit hat für uns Vorrang vor allem anderen. Wenn ein Huhn unter dem Eierlegen leidet, arbeiten wir eng mit vogelkundigen Tierärzt:innen zusammen. Je nach Situation reichen unterstützende Maßnahmen – in schweren Fällen kommen auch medizinische Optionen infrage, um Leid zu reduzieren.
5Setzt ihr Maßnahmen ein, um das Eierlegen zu reduzieren?
Ja, wenn es medizinisch notwendig ist. In Einzelfällen kann der Einsatz eines Hormonimplantats sinnvoll sein, um dem Tier Lebensqualität zu erhalten. Diese Entscheidung treffen wir niemals leichtfertig, sondern individuell, tierärztlich begleitet und ausschließlich im Interesse des Huhns.

Zum Thema: Spenden & Unterstützung

1Wofür werden Spenden konkret verwendet?
Spenden fließen ausschließlich in:
- Bau und Sicherung von Stall & Auslauf
- Tierarztkosten, Medikamente und Nachsorge
- hochwertiges Futter und Mineralstoffe
- Pflege, Schutz und Versorgung unserer Tiere
Wir arbeiten transparent und verantwortungsvoll – jeder Euro dient dem Wohl der Tiere.
2Kann man eine Patenschaft für ein Huhn übernehmen?
Ja, perspektivisch wird es die Möglichkeit geben, Patenschaften für einzelne Hühner zu übernehmen. Pat:innen unterstützen damit gezielt Pflege und Versorgung – ohne Besitzanspruch.
3Verdient ihr an den Hühnern Geld?
Nein. Unsere Tiere sind kein Geschäftsmodell. Wir verkaufen weder Eier noch Fleisch.
4Kann man bei euch mithelfen?
Ja, sehr gerne. Wir freuen uns über Unterstützung beim Bau, bei organisatorischen Aufgaben oder später auch in der Tierpflege – immer begleitet und nach klaren Absprachen.

Zum Thema: Besuch

1Können Besucher die Hühner sehen oder streicheln?
Besucher:innen können die Hühner beobachten, aber nicht ungefragt anfassen oder streicheln. Ob ein Huhn Nähe zulässt, entscheidet immer das Tier selbst. Viele ehemalige Legehennen sind zunächst scheu oder gesundheitlich angeschlagen. Ihr Schutz und ihre Ruhe haben für uns oberste Priorität.
2Dürfen Kinder zu den Hühnern?
Ja, Kinder sind bei uns willkommen – begleitet und altersgerecht angeleitet. Uns ist wichtig, dass Kinder lernen, Tiere als fühlende Wesen wahrzunehmen und ihre Grenzen zu respektieren. Begegnungen finden ruhig, achtsam und erklärend statt – niemals auf Kosten der Tiere.
3Wird es Bildungsangebote rund um Hühner geben?
Ja. Wir möchten Wissen über Hühner, Tierethik und Verantwortung vermitteln – realistisch, ehrlich und ohne Romantisierung.
Ziel ist es, Verständnis zu schaffen und langfristig einen bewussteren Umgang mit Tieren zu fördern.